Endometriose und PCOS

Hallo! Ich habe mein Anliegen schon in einem anderen Forum gepostet, aber da dort die Resonanz nicht so groß war und das Thema vielleicht auch besser in dieses Forum passt, poste ich es in überarbeiteter Form nochmal hier.

Und zwar wird bei mir Endometriose vermutet aufgrund entsprechender Symptome, einer pos. Familienanamnese und dem Abtasten (Gebärmutterhals oder -wand waren scheinbar verdickt, ich weiß es leider nicht mehr genau) meiner Frauenärztin. Ich habe mich allerdings schon oft gefragt, ob ich nicht vielleicht (auch) PCOS haben könnte.

Meine letzten Perioden waren relativ schmerzfrei (es gibt immer wieder mal deutlich schmerzhaftere Episoden), sodass ich auf Schmerzmittel verzichten konnte. Aber ich habe oft an den Tagen unmittelbar vor meiner Periode Schmerzen im Unterbauch, ich merke ab und zu meinen Eisprung und habe dann meist rechts am Eierstock 1-2 Tage Schmerzen, während meiner Periode auch mal Brennen beim Wasserlassen, wechselhaft Obstipation und Diarrhö und ich bin so aufgebläht, dass ich schwanger aussehe. Morgens geht es noch einigermaßen, über den Tag nimmt es jedoch zu. Ob es in einer bestimmen Zyklusphase mehr wird kann ich leider nicht beurteilen. Ansonsten kommen noch starke Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten hinzu.

Früher (bevor ich die Pille genommen habe, von 19 bis 21 ca.) hatte ich auch oft Probleme mit Zysten, die dann während des Zyklus aufgeplatzt sind, aber das hat auch nachgelassen mit Einnahme der Pille. Als ich die Pille abgesetzt habe, sind meine Haare büschelweise ausgefallen und meine Akne kam zurück. Ich habe dann ein Jahr lang Isotretinoin genommen und die Akne hat sich gebessert, wobei meine Haare immer noch relativ dünn und spröde sind, was auch von meinem niedrigen Ferritin kommen kann. Der Wert ist mittlerweile bei 40 bis 50, ich fülle schon seit fast einem Jahr auf, aber es dauert leider sehr lange, bis sich da was tut. Unter der Pille sahen meine Haare vergleichsweise wirklich gesund aus, sie waren voller (wenn ich sie hochstecke habe ich einige ‚‚kahle‘‘ Stellen), glänzender und ich hatte auch eine andere Haarstruktur.

Bei dem Hormonthema bin ich verwirrt. Bei Endometriose geht man von einer Östrogendominanz aus, bei PCOS von zu vielen männlichen Hormonen. Bei Endometriose wird meist zur Pille geraten, aber das müsste doch eher kontraproduktiv sein, oder? Generell verunsichert mich dieses Thema, weil bei Endometriose und PCOS eigentlich immer zur Pille geraten wird, aber ich würde gerne darauf verzichten wenn es geht.

Ich habe auch eine milde Form von Hirsutismus glaube ich, was auf zu viele männliche Hormone hindeutet.
Jetzt habe ich überlegt vielleicht bioidentisches Progesteron zu nehmen, wobei das laut meiner Recherche vom Körper nicht immer verwertet werden kann, weshalb zu synthetischen Gestagenen geraten wird, welche aber scheinbar auch zu Haarausfall führen können. Am liebsten würde ich ganz auf Hormone verzichten, aber alleine schon wegen der Haarproblematik habe ich die letzte Zeit oft überlegt, ob ich nicht doch wieder die Pille nehmen soll, das wäre aber der letzte Ausweg.

Ob meine Perioden regelmäßig sind oder nicht kann ich schlecht beurteilen, meine Zyklen dauern überlicherweise 27 bis 33 Tage, aber ab und an gibt es auch mal Ausreißer (19 Tage oder gerade aktuell 37 Tage), die vielleicht auch stressbedingt sein könnten? Schmerzen beim Geschlechtsverkehr habe ich eigentlich so gut wie keine.

Ich habe mich schon an ein entsprechendes Zentrum gewendet, bis zum Termin dauert es aber noch. Daher wollte ich hier mal nach Erfahrungen und Ratschlägen fragen.

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Hey Sade,

danke, dass du deine Situation so ausführlich schilderst. Das klingt wirklich belastend, und ich kann gut verstehen, dass dich die Unsicherheit und die widersprüchlichen Informationen verunsichern.

Es ist auf jeden Fall super, dass du bereits einen Termin in einem spezialisierten Zentrum hast. Die Diagnostik bei Endometriose und PCOS erfordert wirklich Fachexpertise, und eine genaue Abklärung ist wichtig. Auch weil beide Erkrankungen tatsächlich gleichzeitig auftreten können.

Zu deinen Fragen:

Bei Endometriose geht man von einer relativen Östrogendominanz aus (oft durch Progesteronmangel). Bei PCOS sind die Androgene erhöht, aber oft auch das Verhältnis von LH zu FSH gestört.

Bei Endometriose wird die Pille nicht wegen des Östrogens empfohlen, sondern wegen der Gestagene (die künstlichen Progesterone). Diese unterdrücken das Wachstum von Endometrioseherden. Bei PCOS reguliert die Pille die Zyklen und senkt die Androgene. Was sich viele Frauen nicht bewusst sind: Während der Pilleneinnahme findet kein Zyklus statt. Die Blutung, die Auftritt, wenn man eine Woche aussetzt, ist lediglich eine Abbruchsblutung, keine Menstruation. Außerdem gibt es eine große Chance, dass die Probleme einfach wieder kommen, wenn du die Pille irgendwann wieder absetzt. Wird der Leidensdruck zu groß, ist sie aber natürlich eine Alternative.

Bioidentisches Progesteron kann durchaus wirksam sein, besonders bei relativem Progesteronmangel. Um das zu bestimmen müssten aber erstmal deine Hormone gemessen werden.

Ingesamt scheinen noch einige Stufen der Diagnostik zu fehlen, um die beiden Erkrankungen zu beurteilen: Ultraschall auf PCOS-typische Eierstöcke, Hormonprofil (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Progesteron) und evtl. Bauchspiegelung zur Endometriose-Diagnose.

Deine Symptome sprechen auf jeden Fall für:

  • Endometriose: Zyklische Schmerzen, Schmerzen beim Eisprung, Darmprobleme, aufgeblähter Bauch

  • PCOS: Hirsutismus, Haarausfall, gelegentlich unregelmäßige Zyklen, frühere Zyste.

Es kann helfen ein Zyklustagebuch zu führen, indem du alle Schmerzen, Blähungen, Stimmungen oder Haarausfall notierst. Beim Thema Haarausfall spielen Nährstoffmängel eine große Rolle sowie eine gesunde Schilddrüse. Würden mal deine Schilddrüsenhormone gemessen?

Tipps für die Erkrankungen:

  • Ernährung anpassen/Nährstoffe auffüllen: “Entzündungshemmende” Ernährung kann bei beiden Erkrankungen helfen (wenig Zucker und Weißmehl, Transfette mieden; mehr Omega-3, Gemüse, Antioxidantien, kein Snacking, Protein (1,5g pro kg Körpergewicht pro Tag!) + auf den Blutzucker achten)

  • NEM: Inositol, Omega-3, Resveratrol, NAC, Zink, Vitamin D, Vitamin C

  • Ferritin: Gut, dass du es auffüllst! 40-50 ist noch im unteren Bereich, optimal für Haare wären 70-100.

  • Stressmanagement: Kann Zyklen und Symptome stark beeinflussen. Meditation

  • Auf hormonfreundliche Kosmetik, Waschmittel, Shampoo etc. umsteigen. Plastik aus dem Haushalt großtenteils verbannen.

Ich hoffe das hilft dir weiter! Melde dich gerne bei weiteren Fragen!

Liebe Grüße,

Franziska von edubily