Hallo Laura, du hast bereits sehr gute Antworten bekommen. Mich betraf dieses Thema persönlich und aus meinen Erfahrungen heraus möchte ich dir mitteilen, wenn du deine Hormone anschauen lässt, macht es wirklich Sinn, nicht nur die Sexualhormone wie Östradiol, Progesteron, LH, FSH, Testosteron und DHEA-S zu messen, sondern auch die Schilddrüse mitzunehmen (TSH, fT3, fT4 und Antikörper wie Anti-TPO/Anti-TG).
Ergänzend sind Prolaktin, SHBG, Cortisol (im Tagesprofil) sowie Vitamin D und Ferritin sehr aufschlussreich. So bekommst du ein vollständiges Bild. Dein Gynäkologe wird wahrscheinlich nur die Sexualhormone testen dürfen, vielleicht solltest du den Hausarzt mit ins Boot holen? Der HP wäre auch eine sehr gute Anlaufstelle!
Wichtig zu wissen: Dein Körper braucht eine gewisse Energieverfügbarkeit, damit er überhaupt einen Zyklus aufrechterhält. Die Grenze liegt ungefähr bei 30 kcal pro Kilogramm fettfreie Masse (FFM). Wenn du dauerhaft darunter liegst, schaltet der Körper die Periode ab – das ist kein „Defekt“, sondern ein Schutzmechanismus. Er spart Energie für die lebenswichtigen Systeme und fährt die Fruchtbarkeit herunter.
Dein Gyn möchte wahrscheinlich Bioidentische Hormone anwenden. Östrogen und Progesteron vermutlich, damit du wieder einen Zyklus bekommst. Östrogen schützt aber auch deine Knochen vor Osteoporose, dein Herz und dein Gehirn. Außerdem würde dies eine frühzeitige Menopause verhindern. Doch gleichzeitig löst dies nicht die Ursache des Problems, auch wenn es ein wichtiger Schritt ist.
Gerade wenn du in der Vergangenheit für Wettkämpfe das Fett fast auf null gesetzt hast, ist es völlig normal, dass dein Körper jetzt sensibel reagiert. Auch wenn du aktuell „intuitiv“ isst, kann es leicht passieren, dass dabei immer noch zu wenig Fett oder Kalorien zusammenkommen. Östrogen hängt stark an dieser Versorgung – und wenn es dauerhaft niedrig ist, dann können Dinge wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder später auch eingeschränkte Fruchtbarkeit anklopfen.
Das soll nicht mahnend klingen, sondern eher als Hinweis, was dein Körper dir mit dem Zyklusverlust gerade signalisiert. Blutwerte sind ein guter erster Schritt, um Klarheit zu bekommen. Der nächste Schritt wäre, dir bewusst wieder mehr Kalorien, mehr Fett und auch echte Pausen im Training zu erlauben. Dein Pensum ist hoch. Hast du einen Trainer? Wie und wann regenerierst du?
Und vielleicht noch ein Gedanke: Wenn allein die Vorstellung, weniger zu trainieren oder mehr zu essen, bei dir Ängste oder ungute Gefühle auslöst, dann ist das ein Signal, dass es nicht nur körperlich, sondern auch psychisch Unterstützung brauchen könnte. Viele kennen das aus dem Bodybuilding-Bereich – die Grenze zwischen Disziplin und Essstörung ist fließend, und genau da tut es gut, wenn man sich Hilfe holt, statt allein dagegen anzukämpfen.
Denn das, was du beschreibst, deutet auf hypothalamische Amenorrhoe – also Zyklusverlust durch Unteressen, viel Training oder Stress. Im Sportbereich ist oft von der Female Athlete Triad oder RED-S die Rede. Wenn der Gedanke an mehr Essen oder weniger Training bei dir Ängste auslöst, wäre psychologische Unterstützung ein wichtiger Schritt.
Ich spreche hier aus Erfahrung und hoffe, dass ich dir nicht zu nahe getreten bin. Ich würde mich freuen wenn du uns mitteilen könntest, wie es bei dir weiter geht. Alles Gute für dich. 
Viele Grüße, Bianca