Ausbleibende Periode

Welche Werte sollte ich checken lassen wenn ich Probleme habe mit meiner Periode ?

Habe früher mal Wettkämpfe gemacht und dementsprechend Low fat gegessen und immer wieder mehrere Kilo abgenommen & seitdem Probleme mit einem regelmäßigen Zyklus .

Bin über jeden Tipp dankbar , mein Frauenarzt möchte mir Hormone zuführen was ich aber nicht möchte ( Pille wurde vor über 8 Jahren abgesetzt ) und nein ich bin nicht schwanger :slight_smile:

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Hallo,

die Problema kenne ich nur zu gut :smiley:

Meine Gynäkologin hat mir Mönchspfeffer zur natürlichen Unterstützung des Zyklus empfohlen. Damit komme ich sehr gut zurecht. Nehme auch schon seit ca 6 Jahren die Pille nicht mehr.

Viele Grüße

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Hallo Laura,

wie sieht denn deine Ernährung und dein Sportpensum mittlerweile aus? Der erste Step wäre mal ganz ehrlich zu hinterfragen, ob du auch wirklich genug und ausgewogen isst (insbesondere auch genug Fett) und ob dein Sportumfang in einem angemessenen Rahmen liegt.

Sollte das der Fall sein, kann dir eine Blutanalyse vielleicht Aufschluss über die Ursache des Problems geben. So wie du die Situation schilderst, könnte eine Hypothalamische Amenorrhö und/oder eine Schilddrüsenstörung dahinterstecken.

Sinnvolle Werte wären in dem Fall:

  • Ferritin
  • TSH, fT3 und fT4
  • Östradiol
  • Testosteron
  • LH
  • FSH
  • Optional: Vitamin D, Omega-3-Index

Wenn gar kein Zyklus mehr vorhanden ist, kannst du die Hormone an jedem beliebigen Tag messen. Sollte ab und zu doch noch eine Blutung auftreten, so miss am besten 2-5 Tage nach dem ersten Blutungstag.

Sollten die Hypophysenhormone FSH und LH sowie Östradiol eher niedrig sein, ist das ein Hinweis auf die durch Stress und unterkalorische Ernährung ausgelöste Hypothalamische Amenorrhö. Sollten hingegen die Androgene und/oder LH eher erhöht sein, so könnte auch PCOS dahinterstecken.
Diese Begriffe klingen beide erstmal etwas scary, aber in der Regel lassen sich beide Hormonstörungen sehr gut wieder mit dem richtigen Lifestyle in den Griff bekommen. Vielleicht steckt auf keine der beiden Störungen dahinter und das Ausbleiben der Periode hat andere Gründe, jedoch sind HA und PCOS tatsächlich die häufigsten Gründe dafür.

Zu dem vorherigen Tipp mit Mönchspfeffer: Mönchspfeffer kann bei HA manchmal sehr gut helfen, bei PCOS hingegen ist er oft kontraproduktiv. Daher würde ich zuerst versuchen, die Ursache herauszufinden. Steckt eine HA dahinter, solltest du ohnehin auch deine Ernährung und deinen Lifestyle verändern.

Viel Erfolg und gib dann gerne mal Bescheid, was bei der Blutanalyse herauskam :slight_smile:

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Vielen Dank schon mal für deine Antwort :slight_smile:

Ja, bei dem Thema Ernährung ist es schwierig bei mir. Ich habe jahrelang Kalorien gezählt und mittlerweile ernähre ich mich intuitiv, denke aber ich esse zu wenig und auch zu wenig Fett. Wenn ich meine Fettquellen nennen müsste sind es eigtl immer die Gleiche ( 10g Mandelmus am Tag, etwas Fett vom 5%igen Rinderhack oder 3 Eier und ab und an 10g Mandeln und 1-2 Stückchen Zartbitterschokolade).

Wie viel Fett würdest du mir denn empfehlen ? Ich denke ich müsste das mal tracken, damit ich auch sicher sein kann, dass ich genug zu mir nehme.

Beim Thema Training sieht es bei mir aktuell so aus, dass ich 4-5x die Woche Krafttraining mache für ca 1,5 Stunden pro Tag. Mache auch relativ viele Schritte am Tag durch meinen Job ( liege meist bei 20.000)

Hey Laura,

du bewegst dich überdurchschnittlich viel, was super ist, aber um wieder einen richtigen Zyklus zu bekommen, musst du auf jeden Fall mehr essen. Nicht nur deutlich mehr Fett, sondern auch ingesamt mehr Kalorien.

Intuitiv essen kann ein etwas gefährlicher Trend sein, wenn man aus so einer langen Phase der Diäten kommen. Ingesamt kann es sich für dich intuitiver anfühlen keine Kalorien mehr zu zählen, aber du scheinst immer noch genau drauf zu achten, wie viel du von was isst und das ist schlussendlich zu wenig. Intuitiv heißt hier daher leider nicht gesund oder ausreichend.

Vielleicht hilft es dir mal deinen wirklichen Bedarf an Kalorien etc. auszurechen (der ist super hoch!) und danach deine Portionen und LM Auswahl zu richten? Damit könntest du wieder ein Gefühl dafür bekommen, wie viel tatsächlich auf deinem Teller liegen muss, damit dein Körper wirklich satt wird. Ich denke dann kommt deine Menstruation ganz von alleine zurück.

Fett sollte in den Mahlzeiten mind. 1 g/kg Körpergewicht ausmachen.

Vielleicht suchst du dir einfach mal ein paar Rezepte für Hormongesundheit raus und kochst diese mit den angegebenen Mengen nach :slight_smile:

Berichte gerne, ob das für dich funktioniert!

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Hallo Laura, du hast bereits sehr gute Antworten bekommen. Mich betraf dieses Thema persönlich und aus meinen Erfahrungen heraus möchte ich dir mitteilen, wenn du deine Hormone anschauen lässt, macht es wirklich Sinn, nicht nur die Sexualhormone wie Östradiol, Progesteron, LH, FSH, Testosteron und DHEA-S zu messen, sondern auch die Schilddrüse mitzunehmen (TSH, fT3, fT4 und Antikörper wie Anti-TPO/Anti-TG).

Ergänzend sind Prolaktin, SHBG, Cortisol (im Tagesprofil) sowie Vitamin D und Ferritin sehr aufschlussreich. So bekommst du ein vollständiges Bild. Dein Gynäkologe wird wahrscheinlich nur die Sexualhormone testen dürfen, vielleicht solltest du den Hausarzt mit ins Boot holen? Der HP wäre auch eine sehr gute Anlaufstelle!

Wichtig zu wissen: Dein Körper braucht eine gewisse Energieverfügbarkeit, damit er überhaupt einen Zyklus aufrechterhält. Die Grenze liegt ungefähr bei 30 kcal pro Kilogramm fettfreie Masse (FFM). Wenn du dauerhaft darunter liegst, schaltet der Körper die Periode ab – das ist kein „Defekt“, sondern ein Schutzmechanismus. Er spart Energie für die lebenswichtigen Systeme und fährt die Fruchtbarkeit herunter.

Dein Gyn möchte wahrscheinlich Bioidentische Hormone anwenden. Östrogen und Progesteron vermutlich, damit du wieder einen Zyklus bekommst. Östrogen schützt aber auch deine Knochen vor Osteoporose, dein Herz und dein Gehirn. Außerdem würde dies eine frühzeitige Menopause verhindern. Doch gleichzeitig löst dies nicht die Ursache des Problems, auch wenn es ein wichtiger Schritt ist.

Gerade wenn du in der Vergangenheit für Wettkämpfe das Fett fast auf null gesetzt hast, ist es völlig normal, dass dein Körper jetzt sensibel reagiert. Auch wenn du aktuell „intuitiv“ isst, kann es leicht passieren, dass dabei immer noch zu wenig Fett oder Kalorien zusammenkommen. Östrogen hängt stark an dieser Versorgung – und wenn es dauerhaft niedrig ist, dann können Dinge wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder später auch eingeschränkte Fruchtbarkeit anklopfen.

Das soll nicht mahnend klingen, sondern eher als Hinweis, was dein Körper dir mit dem Zyklusverlust gerade signalisiert. Blutwerte sind ein guter erster Schritt, um Klarheit zu bekommen. Der nächste Schritt wäre, dir bewusst wieder mehr Kalorien, mehr Fett und auch echte Pausen im Training zu erlauben. Dein Pensum ist hoch. Hast du einen Trainer? Wie und wann regenerierst du?

Und vielleicht noch ein Gedanke: Wenn allein die Vorstellung, weniger zu trainieren oder mehr zu essen, bei dir Ängste oder ungute Gefühle auslöst, dann ist das ein Signal, dass es nicht nur körperlich, sondern auch psychisch Unterstützung brauchen könnte. Viele kennen das aus dem Bodybuilding-Bereich – die Grenze zwischen Disziplin und Essstörung ist fließend, und genau da tut es gut, wenn man sich Hilfe holt, statt allein dagegen anzukämpfen.

Denn das, was du beschreibst, deutet auf hypothalamische Amenorrhoe – also Zyklusverlust durch Unteressen, viel Training oder Stress. Im Sportbereich ist oft von der Female Athlete Triad oder RED-S die Rede. Wenn der Gedanke an mehr Essen oder weniger Training bei dir Ängste auslöst, wäre psychologische Unterstützung ein wichtiger Schritt.

Ich spreche hier aus Erfahrung und hoffe, dass ich dir nicht zu nahe getreten bin. Ich würde mich freuen wenn du uns mitteilen könntest, wie es bei dir weiter geht. Alles Gute für dich. :sparkling_heart:

Viele Grüße, Bianca

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Schöner Beitrag, Bianca!
Beim Stichwort RED-S ist mir eingefallen, dass ich dazu sogar mal einen umfangreichen Blogartikel geschrieben habe. Vielleicht hilft der ja auch weiter: Female Performance Teil 1: RED-S verstehen - Biochemie für dein genetisches Maximum

Generell die gesamte Female Performance Reihe im Blog befasst sich mit dem Thema weibliche Physiologie im Sport, was vielleicht auch interessant wäre für dich, @laura2205 :slight_smile:

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Hallo Bianca,

Vielen Dank dass du deine persönlichen Erfahrungen hier teilst und deine Tipps & Denkanstöße.

Ich denke ich werde jetzt erstmal meine Blutwerte checken lassen und sehen was dabei rauskommt .

Zu deiner Frage zwecks meinem Trainingspensum : ich habe keinen Trainer ( hatte einen in meiner damaligen Wettkampfzeit) und mache das mittlerweile alleine ,weil ich seit knapp 10 Jahren mittlerweile trainiere. Regeneration ist so eine Sache ich versuche ausreichend zu schlafen, habe aber selbst an meinen trainingsfreien Tagen eine hohe Schrittzahl ( bin sehr aktiv auf der Arbeit )

Ich habe auch schon länger mal nachgedacht mir anderweitig Hilfe zu holen, ich bin und sehe zwar nicht mager aus, aber meine Gedanken sind meistens nicht sehr förderlich und ich setze mich sehr viel unter Druck und mir ist meine Optik sehr wichtig ( habe auch ein verzerrtes Selbstbild von mir durch meine damalige Wettkampfzeit )

Ich möchte aber auf jeden Fall jetzt etwas ändern, weil ich mittlerweile auch im Training merke, dass ich nicht mehr die volle Leistung geben kann, die ich sonst immer hatte. Habe auch nachgedacht mein Volumen mal runterzuschrauben, aber das ist kopftechnisch noch sehr schwierig für mich aktuell ..

Ich danke Dir für deine ganzen Tipps :smiling_face: :revolving_hearts:

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Gern geschehen, Laura. Es freut mich zu sehen, wie reflektiert du bist. Das ist der erste wichtige Schritt für Veränderungen, die deinem Körper zu Gute kommen. Ich denke, dass man dir nichts über Ernährung, Körperfettanteil, Training, Regeneration usw. erzählen kann, da bist du Profi.

Ich muss gerade an eine bekannte junge Frau denken, von der man einen ungesunden KFA erwartet hatte, samt Dauer-Eightpack und wie man dann das Ergebnis ihrer Essstörung sah. So kann es enden, auch mit Trainer. Ich möchte keineswegs über die Zunahme sprechen oder diese gar bewerten!, sondern über die Essstörung. Du weißt was gut für dich ist, was nicht. Doch sie umfasst dich wie eine Krake und steuert dich gegen deinen Körper zu arbeiten. Zumindest war es bei mir so und vielleicht kommt dir das bekannt vor.

Ja, Blutwerte messen lassen, nicht nur die Sexualhormone. Und dann weißt du wo du stehst. Lass gern von dir lesen. :blush:

Herzliche Grüße, Bianca

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Liebe Laura,

noch eine Ergänzung: Geschlechtshormone sind Steroidhormone, sie werden aus Cholesterin gemacht. Der Körper kann Cholesterin selber herstellen, aber es ist sicher hilfreich, Cholesterin mit tierischem Fett über die Nahrung aufzunehmen.

Zudem ist auch das gesättigte Fett sehr günstig: eine hervorragende Energiequelle ohne Auswirkungen auf den Insulinspiegel, stabil, oxidiert also nicht mit allen Folgen für Gefäße z.B.. Und, im Gegensatz zu den schnell oxidierenden Omega6-reichen Pflanzenölen, ist es traditionell bei vielen Kulturen in tw. sehr großen Mengen gegessen worden, ohne dass es zu den erst seit Zunahme von Pflanzenölen ansteigenden Zivilisationskrankheiten gekommen wäre.

Ein weiterer Faktor könnte sein, dass so viel Sport auch Stress für den Körper bedeutet - mit vielen Auswirkungen auf das hormonelle Gleichgewicht. Dazu vielleicht mal Cortisolwert bestimmen lassen und die Belastung anpassen - oder vielleicht reicht es auch an der Einstellung zu arbeiten, alles etwas lockerer und nicht (möglicherweise?) verbissen anzugehen.

Aber ich denke, dass schon bessere Ernährung hilft die psychische Abhängigkeit vom Sport zu entschärfen.

Eigene Erfahrung: als junge Frau habe ich täglich Sport gemacht, aus Angst zu dick zu werden, wenn ich mich nicht genug bewege. Und hatte auch eine sehr unregelmäßige Periode, oft keine Eisprünge. Und habe mit Fressattacken gekämpft, ohne zu verstehen, dass mir Nährstoffe fehlen (z.B. Eiweiß!), wenn auch nicht unbedingt Kalorien. Die Freundin mit der ich gelaufen bin, auch Schwimmerin, hatte ebenfalls öfter keine Regel und hat dann nach einem Triathlon festgestellt, dass sie im 3. Monat schwanger ist.

Zum Selbstbild: Schöne Rundungen sind weiblich und tragen auch zu regelmäßiger Regel bei. Eine weibliche Figur und starke Muskeln schließen sich nicht aus.

Alles Gute und noch ein gesundes neues Jahr!

Uli