Was die Wechseljahre wirklich mit dem Gehirn machen

Liebe Frauen,

„Ich vergesse gerade alles", „mein Kopf fühlt sich nicht mehr wie meiner an" – solche Sätze hören wir in dieser Community immer wieder, besonders von Frauen in der Peri- und Postmenopause. Lange wurde das als subjektive Befindlichkeit abgetan. Eine neue Großstudie der University of Cambridge zeigt, dass dieses Thema sehr wohl messbar ist und definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Was Forscher herausgefunden haben

Eine Forschergruppe der University of Cambridge hat sich die Gehirnscans von rund 11.000 Frauen angeschaut, insgesamt flossen Daten von knapp 125.000 Frauen ein. Das Ergebnis war eindeutig: Nach den Wechseljahren hatten Frauen messbar weniger graue Substanz in Bereichen, die für Gedächtnis, Emotionen und Konzentration zuständig sind. Und das ist kein Zufall: Genau diese Regionen sind auch jene, die bei Alzheimer als erstes betroffen sind. Frauen erkranken fast doppelt so häufig an Demenz wie Männer, und diese Studie liefert einen möglichen Hinweis darauf, warum.

Was HRT bringt und was nicht

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren eine Hormonersatztherapie (HRT), also Hormone in Form von Tabletten, Pflastern oder Gel, um Symptome wie Hitzewallungen oder Schlafprobleme zu lindern. Was diese Studie zeigt: HRT konnte den Rückgang der grauen Substanz nicht aufhalten. Gleichzeitig zeigte sich aber, dass Frauen mit Hormontherapie langsamere Verschlechterungen der Reaktionszeit hatten. Beim Gedächtnis war übrigens kaum ein Unterschied zwischen den Gruppen zu sehen. Brainfog scheint sich laut dieser Studie also weniger im Vergessen zu zeigen als im Gefühl, langsamer zu denken oder öfter mal den Faden zu verlieren.

Was das für euch bedeutet

Was in dieser Phase wirklich hilft, ist laut Autoren vor allem eines: Lebensstil. Regelmäßige Bewegung schützt nachweislich die Hirnstruktur. Guter Schlaf ist ebenfalls hilfreich. Außerdem sei es genauso wichtig, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten wie auf die körperlichen Symptome, und sich Unterstützung zu holen, wenn es einem nicht gut geht.

Habt ihr das Gefühl, dass sich Kopf und Stimmung in dieser Phase verändert haben? Was hat euch geholfen?

Quelle: Zühlsdorff, K., Langley, C., Bethlehem, R., Warrier, V., Romero Garcia, R. & Sahakian, B. J. (2026). Emotional and cognitive effects of menopause and hormone replacement therapy. Psychological Medicine, 56.

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Hallo zusammen, das ist wieder mal ein interessanter Artikel. Ich bin 60, hab schon seit über 10 Jahren keine Periode mehr und nehme keine HET. Bei mir hat sich Kopf und Stimmung definitiv verändert, aber nicht unbedingt zum schlechten. Ja, manchmal bin ich bisschen langsamer im Kopf und verlier schon mal den Faden, aber auf der Arbeit und bei allem, was ich mit festen Routinen mache, komme ich gut klar und kann mir alles merken und kann mich gut konzentrieren auf alles, was wichtig ist.

Emotional bin ich viel stabiler als früher, als ich noch meine Regel hatte. Mein Zyklus hat mich früher oft aus der Bahn geworfen und ich war viel, viel empfindlicher in körperlicher, mentaler und vor allem psychischer Hinsicht. Jetzt kann ich Krisen, die ja immer wieder auftreten, mit viel mehr Distanz und Ruhe klären und das tut mir sehr gut. Ich bin nicht mehr besonders empfindlich und kann sagen, was ich sagen möchte, ohne direkt auszurasten. Das hat vielleicht auch was damit zu tun, was du oben schreibst, dass gewisse Gehirnstrukturen weniger werden, die für Emotionalität zuständig sind. Aber es fühlt sich eher so an, als wären meine Hormone, die damals oft zu emotionalen Achterbahnfahrten geführt haben, jetzt ein etwas langsamer, ruhiger, starker Fluss sind und so lebt es sich eigentlich ganz gut.

Sport, Schlaf, Regeneration, viel Rausgehen, blutzuckerfreundliche, ballaststoff - und proteinreiche Ernährung und gute Beziehungen helfen natürlich auch und sind sowieso die Basis für mein Leben geworden. Aber viel von dieser Basis konnte ich in meinem früheren Leben gar nicht umsetzen, da hatte ich kleine Kinder, grosse Sorgen, wenig Geld, Probleme aller Art plus dann dieses emotionale/hormonelle Hin und Her, nicht so lustig. Vieles sortiert sich von selber im Lauf der Zeit.

Jedenfalls sind die Wechseljahre natürlich von nicht immer angenehmem „Wechsel“ gekennzeichnet, bringen aber auch viel Gutes mit sich.

Viele Grüsse, Doro

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Hey Doro,

wie schön zu hören, dass es dir auch ohne HET so gut geht. Ich kann gut nachvollziehen, dass das Wegfallen von dem emotionalen Chaos ganz angenehm ist. Vielleicht haben deine Eierstöcke auch noch etwas Testosteron übrig, was zu dieser Ausgeglichenheit zusätzlich beiträgt.

Alles Gute für dich!

Franziska von edubily