Mehr Appetit vor der Periode? Dein Zyklus hat einen Grund dafür

Liebe Frauen,

kennt ihr das Gefühl, in der zweiten Zyklushälfte einfach mehr Hunger zu haben? Bevor ihr euch fragt, was mit euch nicht stimmt: euer Körper hat in dieser Phase sehr konkrete Gründe dafür.

Was die Forschung dazu sagt

Ein aktuelles systematisches Review in Frontiers in Physiology (2026) hat die neueste Evidenz dazu zusammengefasst. Die Tendenz über mehrere Studien hinweg: In der Lutealphase, also der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung, scheint der Grundumsatz leicht anzusteigen, geschätzt um etwa 30 bis 120 kcal pro Tag. Ganz eindeutig ist die Forschung hier noch nicht, die Studien sind klein und nicht jede Frau reagiert gleich. Aber die Richtung, die sich abzeichnet, ist über mehrere Studien hinweg ähnlich.

Warum das biologisch Sinn ergibt

Hinter diesem Effekt steckt vermutlich unter anderem Progesteron. Dieses Hormon wirkt thermogen, erhöht also die Körperkerntemperatur leicht. Um diese höhere Temperatur aufrechtzuerhalten, muss der Körper etwas mehr Energie umsetzen. Zusätzlich scheint in der Lutealphase auch das sympathische Nervensystem aktiver zu sein, was den Energieverbrauch ebenfalls beeinflussen könnte. Besonders interessant: Bei Frauen mit bestätigtem Eisprung war der Anstieg des Grundumsatzes deutlicher ausgeprägt als bei Frauen ohne Eisprung. Das spricht dafür, dass die hormonellen Veränderungen des Zyklus tatsächlich eine Rolle spielen.

Was das für euren Alltag bedeutet

Die hormonellen Veränderungen der Lutealphase könnten dazu beitragen, dass viele Frauen mehr Hunger verspüren. Das ist eine normale physiologische Reaktion des Körpers. Wer das versteht, kann meist entspannter damit umgehen.

Ein paar Dinge, die euch in der Lutealphase helfen könnten:

Protein in den Fokus rücken. Etwa 20–30 g Protein pro Mahlzeit helfen dabei, den Blutzucker stabiler zu halten und länger satt zu bleiben. Das kann gerade in der Lutealphase helfen, ständigen Heißhunger und häufiges Snacken zu reduzieren. Gute Proteinquellen sind zum Beispiel Eier, Fisch, Fleisch, Skyr, Quark, Whey oder Hülsenfrüchte.

Auf Magnesium achten. Magnesium spielt unter anderem für Schlaf, Nervensystem und Blutzuckerregulation eine Rolle und wird auch im Zusammenhang mit PMS-Beschwerden untersucht. Gute Quellen sind Kürbiskerne, dunkle Schokolade, Hülsenfrüchte und Blattgemüse. Wer merkt, dass die Ernährung das nicht ausreichend abdeckt, kann auch ein Supplement in Betracht ziehen.

Den Hunger ernst nehmen. Wer in der Lutealphase konsequent zu wenig isst, obwohl der Körper mehr fordert, tut sich keinen Gefallen. Ein leichter Kalorienmehraufwand in dieser Phase ist physiologisch erklärbar, hört auf euren Körper.

Habt ihr das Gefühl, dass sich euer Hunger und eure Energie über den Zyklus hinweg verändern? Und wie geht ihr damit um? Teilt eure Tipps gerne mit der Community.

Liebe Grüße vom edubily-Team

Quelle: Hurtová, A., Gimunová, M. & Beníčková, M. (2026). Resting metabolic rate fluctuations across the menstrual cycle: a systematic review. Frontiers in Physiology, 17, 1778735.

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