Lebergesundheit in den Wechseljahren

Liebe Frauen,

heute geht es um die besondere Verbindung zwischen Lebergesundheit und unserem Hormonhaushalt, ein oft übersehener, aber wissenschaftlich gut belegter Zusammenhang.

Die Leber ist nicht nur Entgiftungsorgan, sondern auch zentral für den Abbau von Östrogen, Progesteron und anderen Steroidhormonen über Phase-I- und Phase-II-Entgiftung. Funktioniert das nicht optimal, können sich Hormone anstauen. Typische Anzeichen für hormonelle Dysbalancen durch überlastete Leber

  • Starke PMS-Symptome (Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Wassereinlagerungen)

  • Hormonelle Akne, besonders am Kinn und Kiefer

  • Östrogendominanz-Symptome

  • Zyklusstörungen und starke Regelschmerzen

  • Müdigkeit und Brain Fog vor der Periode

Synthetische Steroidhormone werden primär über die Leber verstoffwechselt. Eine 2020 im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism publizierte Studie zeigte, dass Anwenderinnen von synthetischen Hormonen deutlich niedrigere Blutspiegel von B6, B12 und Folat aufwiesen – diese gehören zu den essentiellen Co-Faktoren für beide Entgiftungsphasen in der Leber. Die niedrigen Spiegel dieser B-Vitamine deuten also auf eine hohe Rate an vorheriger Entgiftung hin.

Wechseljahre und das Risiko für Fettleber (NAFLD)

Nach der Menopause verliert die Leber den schützenden Effekt von Östrogen auf die Fettansammlung in der Leber. Eine Metaanalyse im Journal of Hepatology (2019) dokumentierte, dass die Häufigkeit von Fettleber bei postmenopausalen Frauen deutlich ansteigt.

Geschlechtsunterschiede bei der Verarbeitung von Alkohol

Frauen haben eine geringere Aktivität der Alkoholdehydrogenase, also dem Enzym, das Alkohol abbaut, und erreichen bei gleicher Alkoholmenge höhere Blutalkoholkonzentrationen. Die Leber muss also vergleichsweise mehr arbeiten, um den Alkohol wieder abzubauen.

Ernährung für optimalen Hormonabbau

Das sollte in deiner Ernährung vorkommen:

  • Kreuzblütler (täglich 100-150g): Enthalten Glucosinolate, die zu Indol-3-Carbinol und DIM umgewandelt werden. Ballaststoffe (30-40g täglich): Hilft Östrogen über den Darm abzubauen und auszuscheiden.

  • Schwefelhaltige Lebensmittel: Knoblauch, Zwiebeln, Eier liefern Cystein als Stoff für die Glutathion-Biosynthese. Glutathion hilft bei der Entgiftung.

  • Cholagoga: Löwenzahn, Artischocken und Chicorée regen den Gallenfluss an und unterstützen die Ausscheidung von fettlöslichen Stoffwechselprodukten.

Gezielte Mikronährstoff-Supplementierung für die Leber

  • B-Vitamin-Komplex (bei Pilleneinnahme essentiell)

  • Magnesium

  • N-Acetylcystein (NAC)

  • Silymarin

  • Cholin

Lifestyle-Modifikationen

  • Auf Alkohol sollte so gut wie möglich verzichtet werden.

  • Regelmäßige Bewegung

Fazit

Die hepatische Gesundheit ist für Frauen von besonderer Bedeutung, da die Leber zentrale Funktionen im Steroidhormon-Metabolismus übernimmt. Durch Ernährungsanpassung, gezielte Mikronährstoff-Supplementierung und Lifestyle-Modifikationen kann die Lebergesundheit deutlich verbessert und so der optimale Hormonabbau unterstützt werden.

Habt ihr Erfahrungen mit der Verbindung zwischen Leber und Hormonen gemacht? Welche Strategien haben bei euch gewirkt?

Liebe Grüße vom edubily Team

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Liebe Franziska,

vielen Dank für deinen Beitrag! Ich bin zwar noch nicht in den Wechseljahren, aber merke, dass aufgrund meiner Histaminintoleranz und PMS Symptomen ich zu einer Östrogendominanz neige (ist gerade eine Vermutung, weil so ziemlich alles darauf hindeutet). Ich teste das mal aus mehr die Leber zu entlasten und werde entweder noch auf Marienstiel oder NAC zugreifen, damit der Körper nicht noch mehr belastet wird. Gibt es noch Erfahrungswerte zu der Leberreinigung mit Glaubersalze? Vielleicht hat jemand auch im Forum mal damit Erfahrung gemacht, würde mich interessieren.

Danke!

Liebe Grüße

Zineb

Liebe Zineb,

das kann durchaus an einer Östrogendominanz liegen! Glaubersalz funktioniert ja eher als Abführmittel, aber kann auch den Gallenfluss anregen. Bittere Pflanzen wie Mariendistel machen das aber auch sehr zuverlässig und sind dabei gut verträglich. Es macht zudem Sinn, in die Ernährung langfristig mehr bittere Lebensmittel wie Chicore, Artischocke oder Grapefruit einzubauen.

Liebe Grüße,

Franziska von edubily