ich möchte gerne meine Gesundheit ganzheitlich voranbringen, da ich gerade bei den Themen Schilddrüse und Psyche schon lange einige Probleme mit mir herumschleppe. Deshalb würde mich interessieren, wie man denn einen Arzt/Coach/Heilpraktiker findet, der einen begleitet. Beziehungsweise vielleicht gibt es ja auch Empfehlungen. Für mich wäre der Raum Heidelberg perfekt, aber viele arbeiten ja auch überregional einfach via Zoom habe ich gehört.
Man müsste ja wahrscheinlich viele Werte bestimmen lassen. Bei meinem Hausarzt komme ich da nicht sehr weit und höre immer nur, braucht man alles nicht - wie gehe ich denn vor, wenn ich Blut abgenommen bekommen muss. Da ich bald einen Check-Up habe, würde ich das gern ausnutzen und da. dann mehr bestimmen lassen. Müsste ich da etwas vom Labor zum Hausarzt mitbringen und welches Labor ist denn empfehlenswert? Ich höre oft, man soll bestimmte Sachen im Vollblut bestimmen lassen und dass das wenige Labore machen. Ich bin da noch ganz am Anfang und ziemlich ratlos.
Gibt es denn einige Grundwerte, die man grundsätzlich bestimmen lassen sollte? Mineralien, Vitamin D, Omega?
Für die Schilddrüse bin ich zwar beim Endokrinologen, der bestimmt aber ja nicht die Co-Faktoren, die die Schilddrüse braucht zum Arbeiten. Und für die Psyche: Neurotransmitter lassen sich nicht ganz einfach messen oder? Und darüber hinaus habe ich letztlich gelesen, dass das mit dem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn überholt ist. Stimmt das denn? Und wenn ja, wo kann man dann überhaupt ansetzen?
Und zu guter Letzt: ich bin gesetzlich versichert, wie schafft man es denn, dass die Ärzte einem wenigstens ein bisschen was analysieren lassen.
an sich kannst du lauter Werte über den Hausarzt messen lassen. Es funktioniert sicher besser (auch günstiger), wenn du vorher Symptome nennst (Erschöpfung, Frieren, Schwindel oä) und dann die Liste mit den Werten präsentierst, die du messen willst. Beim Heilpraktiker bekommst du wahrscheinlich eine etwas bessere Beratung, auch zum Ergebnis, aber du musst alles selber zahlen. Egal, ob Hausarzt oder Heilpraktiker, die schicken die Proben dann weiter an Labore wie z. B. IMD Berlin und bekommen von denen nach einiger Zeit deine Ergebnisse. Meistes steht auf den Laborberichten auch schon eine kleine Einschätzung des Labors. Den solltest du dir also auf jeden Fall anschauen.
Sinnvolle Werte könnten sein:
Blutbild (groß)
Schilddrüse: TSH, fT3, fT4, TPO-AK, TG-AK (die Antikörper bestimmt der Endokrinologe oft nicht von sich aus)
Vitamin D (25-OH-Vitamin D)
Ferritin (nicht nur Eisen, sondern Ferritin: ist der Speicher und oft niedrig bei Schilddrüsenproblemen)
Klasse, vielen Dank Franziska, das hilft schonmal richtig weiter. Muss ich mir wohl etwas einfallen lassen und dann am Anfang vom Quartal zum Arzt, das erhöht vielleicht meine Chancen auf Kostenübernahme. Aber: Falls jemand einen Tipp hat für Arzt/Heilpraktiker/Coach, der mal richtig nachforscht, wäre ich trotzdem sehr dankbar! Man findet ja einiges im Netz, aber ob das dann auch gut und nicht nur teuer ist, weiß ich eben nicht
Noch einmal zu den Neurotransmittern: Ich habe das Buch von Kyra Kauffmann “Natürlich High” gelesen und sie schlägt bei Verdacht auf Mängel z.B. bei Serotonin Urintests vor und dann das Auffüllen von Cofaktoren gegebenenfalls. In dem Buch “Genug geschluckt!” von Dr. Peter Ansari und Mahinda Ansari wird darauf hingewiesen, wie Du, Franziska, auch schon bestätigt hast, dass der Serotoninspiegel im Gehirn keinen Hinweis auf die psychische Gesundheit liefert und deshalb SSRI auch eigentlich nur die Pharmakonzerne bereichern, nicht aber die Patienten. Wobei Urintests ja auch nicht die Menge im Gehirn bestimmen, das ist ja dann nochmal etwas anderes…. Trotzdem: Das hat mich fast etwas frustriert, weil ich nun gar nicht mehr weiß, wo man denn körperlich und mit Nährstoffen ansetzen könnte. Und sind dann Ansätze wie etwa von Frau Kauffmann gänzlich überholt? Vielleicht gehen meine Fragen zu weit, aber ich dachte mir, ihr habt es so drauf, vielleicht kennt ihr euch auch hier aus
Nochmal vielen Dank Franziska für Deine bisherigen Tipps und liebe Grüße
also so wie ich die Sache verstehe, kannst du zwar den Serotoninwert im Blut oder Urin bestimmen lassen, aber die Frage ist eher, was der Wert dir am Ende sagt. Wenn ein niedriger Wert rauskommt, weißt das z. B. auf Burnout oder Depression hin, aber reicht auch nicht alleine zur Diagnose. Ich würde mal annehmen, dass du auch ganz gut selber feststellen kannst, ob du dich erschöpft oder traurig fühlst. Deshalb ist die Frage, wie weit dich der Wert bringt.
Außerdem muss man beachten, dass der Wert leicht verfälscht wird durch z. B. Schmerzmittel, aber auch bestimmte alltägliche Lebensmittel. Da muss also einiges beachtet werden, vor der Messung.
Damit der Körper Serotonin bilden kann braucht er nicht nur Tryptophan, sondern auch eine Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen. Genauso spielt der Lebensstil eine große Rolle. Das sind also eher die Stellen an denen man schrauben kann, wenn man nicht direkt Antidep nehmen will.
Schaden tut die Messung also nicht, aber den möglichen Nutzen kannst du ja auch noch mal mit deinem Arzt besprechen.
Ich hab heute in einem Podcast über Hashimoto gehört, dass auch Kohlenhydrate unter anderem wichtig zur Bildung für Serotonin sind und dass man sie auch von daher nicht vernachlässigen sollte. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber Sinn hat das für mich und ich merk das auch an mir selber. Ist zwar etwas off topic, aber ich dachte, ich schreibs mal rein , Doro
Dr. Fabian in Ludwigshafen ist Spitze! Wartezeiten für Erstpatienten sind allerdings ziemlich lang, jedoch auf jeden Fall Wert. Er macht soweit ich weiß nur persönliche Sprechstunde
Vielen Dank für die Info! Ich mache keine strikte Diät, deshalb gehe ich davon aus, dass ich auf jeden Fall genug Kohlenhydrate zu mir nehme. Wahrscheinlich könnte ich noch optimieren, welche Kohlenhydrate das sind Wobei ich da auch aktuell verwirrt bin, weil ich jetzt gehört habe, dass z.B. Vollkornprodukte nicht per se besonders gesund sind, Stichwort Antinährstoffe. Das ist aber wieder ein anderes Thema…
kleiner Kommentar dazu: Antinährstoffe machen Lebensmittel nicht direkt zu “ungesunden” LM. Die meisten LM haben einfach Vor- und Nachteile und für die meisten Personen überwiegen am Bsp der Vollkornprodukte die vielen Ballaststoffe. Wenn man aber z. B. Probleme mit der Schilddrüse hat, können gewisse Antinährstoffe eine Rolle spielen. Das ganze ist also sehr individuell.
Falls deine Schilddrüse eh schon eher schwach arbeitet, könnte es durchaus Sinn machen etwas darauf zu achten, aber gleichzeitig darauf zu achten, genug Nährstoffe und Cofaktoren aufzunehmen.
Bei Hashimoto die richtige Menge an KH zu essen macht auf jeden Fall Sinn, weil der Körper bei zu wenig Kalorien (oft heißt wenige KH auch zu wenige Kalorien) Stress bekommt und das Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto sowie die Schilddrüse in der Funktion einschränkt oder die Erkrankung noch verschlimmern kann.
Hallo Nic, ich kann dir schon mal den Podcast “unheilbar gesund"von dr. Ruth Biallowons empfehle, da kann man schon ganz viel rausziehen und umsetzen. Sie bietet auch eine laboranslye mit Beratung an. Da musst du aber jemand finden, der dir Blut abnimmt. Man kann auch direkt in Labore gehen und sich Blut abnehmen lassen uns sagen, was man bestimmt hsben möchte. Dann braucht man aber jemand, der einem da berät und begleitet. Fang unbedingt mit folge 1 des podcasts an bzw folge 2, da geht es direkt um autoimmunerkrankungen. Dann von unten hocharbeiten. Sie erklärt sehr gut und verständlich und ist auch sehr pragmatisch und sympathisch
ich wollte dir auch gerne mal noch meinen Input dalassen.
Was Blutwerte angeht, hat Franziska definitiv schon einen super Überblick gegeben. Ich würde auf jeden Fall noch ein Gesamteiweiß und Vitamin B6 ergänzen, wenn dir auch die Psyche wichtig ist. Beide Stoffe sind essenziell bei der Neurotransmittersynthese.
Was Neurotransmitter angeht, würde ich mir diese nicht direkt im Urin ansehen, sondern deren Metaboliten. Das kann dir Auskunft darüber geben, wie viel generell vorhanden sind und wie schnell sie abgebaut werden.
Was in dem Zusammenhang auch oft noch hilft, ist sich die Genetik anzuschauen, speziell MTHFR, COMT und MAO-A, wenn es um psychische Themen geht. Veränderungen in diesen Genen können deine Neurotransmitterspiegel beeinflussen und so auch deine Stimmung und Motivation.
Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter. Frag gerne nach, wenn dir noch etwas unklar ist
Oh vielen Dank für den Input, das muss ich mir mal genauer anschauen und komme dann gerne nochmal auf dich zu. Findet man dich denn im Internet für weitere Infos?