„Ich mache doch alles richtig, warum bin ich trotzdem so erschöpft?“

Liebe Frauen,

Viele ernähren sich bewusst, achten auf ihre Gesundheit – und fühlen sich trotzdem dauerhaft müde.

Das Problem ist oft: Wir schauen zu oberflächlich auf „gesunde Ernährung“ und übersehen zentrale physiologische Zusammenhänge.

1. Eisen: Nicht nur „Mangel oder kein Mangel“
Durch den Zyklus verlieren Frauen regelmäßig Eisen. Entscheidend ist aber nicht nur, ob ein klinischer Mangel vorliegt, sondern auch der Ferritinwert als Speicherparameter.

Bereits niedrig-normale Ferritinwerte können die mitochondriale Energieproduktion beeinflussen, da Eisen zentral für:

  • Sauerstofftransport (Hämoglobin)

  • Elektronentransportkette (ATP-Produktion)
    ist.

Ergebnis: weniger zelluläre Energie → subjektive Erschöpfung, obwohl „kein Mangel“ diagnostiziert wurde.

2. Schilddrüse: Funktion ≠ Referenzbereich
Die Schilddrüse reguliert über T3 maßgeblich den Grundumsatz und die mitochondriale Aktivität.

Problem:
Viele Frauen liegen im „Normbereich“, aber nicht im funktionellen Optimum.

Zusätzlich beeinflussen:

  • Stress (Cortisol) → hemmt T4 → T3 Umwandlung

  • Entzündung

  • niedrige Energieverfügbarkeit

die tatsächliche Schilddrüsenwirkung auf Zellebene.

Man ist „laborchemisch gesund“, aber funktionell unterversorgt.

3. Chronischer Stress & HPA-Achse
Dauerstress führt zu einer Dysregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse).

Langfristig kann das:

  • Cortisolrhythmus verändern

  • Schlafqualität verschlechtern

  • Insulinsensitivität beeinflussen

  • Entzündungsprozesse fördern

Besonders relevant: Cortisol beeinflusst direkt den Glukosestoffwechsel und kann zu instabiler Energieversorgung führen.

4. Energieverfügbarkeit (Low Energy Availability)
Ein häufig unterschätzter Punkt, gerade bei gesundheitsbewussten Frauen.

„Clean Eating“ bedeutet oft:

  • hohe Nährstoffdichte, aber

  • zu geringe Kalorienzufuhr

Das führt zu:

  • reduzierter Schilddrüsenaktivität

  • verminderter Leptinproduktion

  • eingeschränkter Reproduktionsfunktion

-> Der Körper schaltet in einen Energiesparmodus.

Müdigkeit ist hier kein Symptom, sondern eine Anpassung.

5. Blutzuckerregulation & Insulindynamik
Selbst bei „gesunder Ernährung“ können:

  • zu lange Essenspausen

  • sehr kohlenhydratarme Ernährung

  • hohe Stresslevel

zu instabiler Glukoseverfügbarkeit führen.

Das Gehirn ist jedoch auf eine konstante Energiezufuhr angewiesen.

Ergebnis: Brain Fog, Energietiefs, Konzentrationsprobleme

Was viele unterschätzen:
Erschöpfung ist selten ein „Willensproblem“ – sondern oft das Ergebnis multipler, subtiler Dysbalancen im Energie-, Hormon- und Mikronährstoffsystem.

Habt ihr schon mal das Gefühl gehabt, „alles richtig zu machen“ – und trotzdem keine Energie zu haben?

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Oh ja kommt mir bekannt vor … bin aber gerade dabei das zu ändern .. auch wenn es mir schwer fällt meine alten Routinen & Essgewohnheiten abzulegen .

Finde auch ein auf den Zyklus angepasstes Training und Ernährung ist auch so ein wichtiger Hebel :raising_hands:t2:

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Mein Thema ist das auch gerade. Ich hab glaub ich unterschätzt, dass ich einiges mehr an Kalorien benötige, seit ich seit ein paar Jahren Krafttraining mache. Ich hab meine Kalorien nie getrackt (hab nur Protein und Ballaststoffe ausgerechnet, weil ich dachte, der Rest passt schon), hab auch meiner Meinung nach viel gegessen, aber gereicht hat es trotzdem nicht und Schilddrüsenprobleme, Müdigkeit und körperliche Erschöpfung waren das Resultat. Ich hab in den letzten Wochen da einige Podcasts zu gehört, bei denen ich viele Aha-Momente hatte und bin jetzt dabei, wie Laura2205 auch schreibt, alte Routinen und Essgewohnheiten abzulegen. Ich finds auch schwer, vor allem im Kopf, aber es klappt ganz gut, zumal ich auch recht bald gemerkt habe, dass Energie, Lebensfreude und höhere Gewichte beim Training wieder möglich sind und das ist natürlich eine schöne Motivation, obwohl sich das „viele Essen“ oft noch komisch anfühlt. Viele Grüße und wie immer Danke für die Beiträge hier, Doro

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Manchmal können auch Vitalstoffe helfen, besonders jenseits der Wechseljahre. Ein entsprechendes Blutbild hatte Mängel bei mir aufgezeigt. Schilddrüsenwerte wurden gemessen und Vitamin D, Omega, Eisen… die ganze Palette. Es geht mir wieder ziemlich gut. Lasse das jetzt 1x im Jahr machen. Das ist meine persönliche Prävention.

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