Histaminintolleranz oder nur Reaktion auf Stress und die Frage was bedingt was (Histamin und Stress)

Hallo zusammen,

Ich habe mal eine Frage zum Thema Histamin, weil bei mir vor einiger Zeit eine Histaminintolleranz diagnostiziert wurde, weil meine Werte bei einem Bluttest erhöht waren.

Zu dem Zeitpunkt ging es mir auch psychisch nicht sonderlich gut und als ich dann begonnen habe auf die ganzen Lebensmittel die entweder Histamin enthalten oder mit der Steigerung im Körper zusammenhängen zu meiden haben sich dann auch Symptome wie Verdauungsbeschwerden gebessert.

Ich habe dann irgendwann wieder ganz normal gegessen, als es mir auch psychisch besser ging, weil es wirklich anstrengend war auf so vieles zu achten und mich auch das eigentlich gestresst hat als ich mich dann sehr damit befasst habe und ich mir eben die Frage gestellt habe was was bedingt (der Stress das Histamin oder anders rum oder eben gegenseitig).

Nun hatte ich vor kurzem leider auf Grund eines herausfordernden Lebensereignisses (Jobverlust) wieder eine rezidivierende depressive Episode und nachfolgend dazu Stand jetzt hab ich immer noch wieder Verdauungsbeschwerden in Form von breiigem Stuhlgang und dadurch hab ich auch das Gefühl oft nicht genügend Nährstoffe aufnehmen zu können, psychisch geht es mir zum Glück wieder besser und ich esse im Moment immer noch uneingeschränkt, manchmal meide ich Tomaten nachdem ich an einem Tag nach Tomatensuppe und noch einem weiteren Gericht mit Tomaten wirklich schlimme Bauchkrämpfe und fast schon flüssigen Stuhlgang später einmalig hatte.

Tomaten habe ich sonst auch gut vertragen.

Sollte ich meine Ernährung vorübergehend wieder ein wenig anpassen oder was kann ich noch tun, um meinen Körper zu unterstützen, ist es überhaupt naheliegend/wahrscheinlich , dass es wieder mit Histamin zusammenhängt?

Falls ja hilft zum Beispiel Vitamin C (in Pulver Form) weil Zitrusfrüchte sind ja wieder Kontraproduktiv bei Histaminintolleranz.

Vielen Dank schon mal, bin wirklich gespannt auf eure Antworten :slight_smile:

Hallo,

ich leide auch unter Histaminintoleranz. In stressigen Phasen (körperlich oder psychisch) ist es ausgeprägter. Ansonsten habe ich es über die letzten 8 Jahre geschafft meinen Darm soweit zu stabilisieren, dass ich wieder alles Essen kann, manches vertrage ich besser, manches nicht. Zu Beginn des Darmaufbaus habe ich bis zu 10 Gramm Vitamin C eingenommen. Vitamin C baut Histamin ab. Heute nehme ich zwischen 1 und 2 Gramm täglich zu mir.

VG, Eva

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Hey,

Ich kann dein Leiden gut nachvollziehen, ich kämpfe selber auch immer mit meinem Histamin, bei mir zeigt es sich aber eher über die Haut. Es klingt also absolut plausibel, dass deine aktuellen Probleme auf die Unverträglichkeit zurückzuführen sind. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den Köper zu entlasten, indem du die Ernährung wieder etwas anpasst. Das ist zwar keine gute Dauerlösung, aber für den Moment hilfreich.

An NEMS gibt es ein paar die als Mastzellstabilisatoren die Mastzellen blockieren und dadurch die Menge an freigesetztem Histamin verringern. Dazu gehören wie Vitamin C, Zink und Quercetin. Außerdem gibt es histaminsenkende Bakterien, die als Probiotikum helfen können, das sind: Bifidobakterien, insbesondere Bifidobacterium infantis und Bifidobacterium longum, Lactobacillus gasseri, Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus salivarius.

Im edubily Ratgeber Blog findest du übrigens einen ganzen Artikel zu Histamin.

Ich hoffe das hilft dir weiter!

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Ich kann mich da meinen beiden Vorrednerinnen nur anschließen. Auch bei mir merke ich, dass ich in stressigen Phasen histaminhaltige Lebensmittel und Histaminliberatoren schlechter vertrage.

Das ist auch sehr plausibel, denn Stress und mentale sowie körperliche Belastung können die Mastzellen empfindlicher machen, so dass sie mehr Histamin ausschütten. Das kann dann auch langfristig den Histaminspiegel im Körper erhöhen, im Gegensatz zu Lebensmitteln, die eher einen akuten Anstieg verursachen, der dann auch schneller wieder abflacht.

Histaminintoleranz ist ja auch keine echte Intoleranz wie beispielsweise eine Laktoseintoleranz, bei der den Betroffenen das richtige Enzym fehlt. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der sehr wichtige Aufgaben erfüllt und gegen den niemand wirklich intolerant ist. Erst wenn der Histaminspiegel zu hoch wird, kann es zu Problemen kommen.

Man kann sich das gut mit einer Fass-Analogie vorstellen: Es gibt ein Histaminfass, in dem immer etwas drin ist. Standardmäßig ist es circa zur Hälfte gefüllt, so dass es nichts ausmacht, wenn mal kurz durch die Nahrung oder akuten Stress bisschen was dazukommt. Chronischer Stress lässt das Fass jedoch langsam volllaufen, so dass es irgendwann schon bis kurz unter die Oberkante gefüllt ist. Das merken wir noch nicht oder nur kaum. Kommt jetzt aber eine Ladung histaminhaltiger Nahrung rein, läuft das Fass plötzlich über und wir bekommen Symptome.
Was bei halb gefülltem Fass kein Problem war, wird jetzt zu einem.

Wir müssen also dafür sorgen, dass sich das Fass nicht langfristig immer weiter füllt. Dafür gibt es mehrere Wege: Wie Franzi schon erwähnt hat, helfen einige Nährstoffe beim Abbau von Histamin. Dann sollten wir natürlich versuchen, den Stress zu minimieren, sei das durch Entspannungsübungen, besseres Stressmanagement, Therapie etc.
Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Darm: Die Einnahme von Prä- und Probiotika kann helfen, das Darmmillieu so zu verändern, dass weniger histaminproduzierende Bakterien dort angesiedelt sind. Zusätzlich sollten wir die Darmwand gut versorgen, beispielsweise mit Glutamin und Vitamin A, denn in den Darmzellen wird das histaminabbauende Enzym DAO produziert.

Auch die Zufuhr von Methylgruppen ist wichtig, denn das andere histaminabbauende Enzym (HNMT) braucht diese um zu funktionieren. Methylgruppen liefern uns beispielsweise Folat, Vitamin B12 oder auch Betain und Cholin.

Bottomline: Histamin an sich ist nicht das Problem. Eine Histaminintoleranz zeigt uns, dass auf tieferer Ebene etwas nicht rund läuft. Daher sollte man immer versuchen, die Ursachen anzugehen anstatt alle histaminhaltigen Lebensmittel zu meiden. Das ist nur kurzfristig sinnvoll, wenn die Symptome stark sind.

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Vielen Dank für eure Rückmeldung. Ich finde es als Leserin sehr spannend, da ich auch jahrelang mit dem Histamin kämpfe und ich es sehr schwer finde die richtigen Bakterien für mich zu finden. Wisst ihr ob die Bakterien von edubily dafür geeignet sind? Macht da eine Darmsanierung auch Sinn?

Lieben Gruß

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Die Darmbakterien von edubily sind generell bei HIT geeignet und werden in der Regel auch gut vertragen. Ich persönlich nehme sie auch täglich und habe das Gefühl, sie sind bei mir im Hinblick auf Histamin neutral bzw. tendenziell eher gut. Ich hab dir hier mal eine Tabelle mit den Stämmen und ihren Eigenschaften bzgl. Histamin angehängt.
Wie man sieht, produzieren die meisten davon kein Histamin oder bauen es sogar ab. Nur bei zwei Stämmen gibt es einige Unterarten, die theoretisch Histamin produzieren können. Ob dies bei den edubily Kapseln der Fall ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen, da es nicht zu jedem Stamm die entsprechenden Daten gibt.

Zum Thema Darmsanierung: Ist natürlich immer die Frage, was damit gemeint ist. Generell sollte man auf jeden Fall bei HIT den Darm stärken und aufbauen. Teure Kuren oder physikalische Methoden wie Colon-Hydrotherapie sehen wir dabei eher kritisch. Darmsanierung muss nicht radikal sein, aber es macht schon Sinn, den Darm mal zumindest über mehrere Wochen etwas zu entlasten (z. B. weniger Gluten, weniger/kein Zucker, leicht verdauliche Speisen bevorzugen, Kaffee etc weglassen) und parallel ein Probiotikum und Ballaststoffe (z. B. Flohsamenschalen, resistentes Dextrin, Inulin, Akazienfaser) zuzuführen.

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Vielen Dank Annika für deine Rückmeldung!

Gibt es beim Darm-Optimierung Bundle einen Guide von euch wie viel man von den Produkten nehmen sollte?

Ich hatte eine Heilerde-Kur gemacht, dass hat sehr geholfen. Jetzt stehe ich vor der Frage bzw. bin etwas überfordert mit welchen Produkten ich anfangen soll. Gerade weil ich erst neu in der NEM Welt bin.. Danke euch für die Arbeit!

LG

Zineb

Danke dir für das liebe Feedback!
Nein, einen Einnahmeguide gibt es nicht. Du kannst dich aber einfach an die auf der Verpackung und der jeweiligen Produktseite aufgeführte Dosierungsempfehlung halten.

Das Darm-Optimierungs-Bundle klingt auf jeden Fall nach einer guten Wahl, um den Darm nach deiner Heilerde-Kur weiterhin aufzubauen und das Mikrobiom zu stabilisieren :slight_smile:

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Hallo,

das kenne ich leider auch zu gut.

Bei mir wirkt sich Histamin auch stark auf die Psyche aus und wenn ich zu viel habe, bekomme ich auch regelrecht Panik. Esse deswegen auch histaminarm und nutze die Sighi Liste bzw. die Baliza App.

Mir helfen Quercetin und Schwarzkümmelöl ganz gut. Vitamin C auch. Im schlimmeren Fall greife ich auf normale Antihistaminika zurück. Die beruhigen das System auch manchmal schnell.

Besonders stark merke ich Histamin in der Lutealphase gegen Periode hin. Da ist jeder Ess-Fauxpas kritisch.

Obwohl man weiß, dass es von Histamin kommt, ist man trotzdem jedes Mal aufs Neue verunsichert. Die Mastzellen spielen gerne mal Kirmes. :grinning_face_with_smiling_eyes:

LG

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Hi zusammen,

nachdem Zuspruch habe ich mir das Darm-Akut Bundle zusammengestellt (weil gerade ausverkauft). Habe aber leider schlimmere Symptome als vorher. Ich bin mir nicht sicher ob es am L-Glutamin hängt oder die Mischung. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße

Zineb

Oh nein, das sollte natürlich nicht so sein :confused: Was für Symptome hast du denn? Und hast du dir die Darmbakterien Kapseln oder das Darmflora-Komplex Pulver geholt?

Ja voll blöd! Ich habe mir die Darmbakterien geholt, weil in dem anderen ja Ballaststoffe drin sind. Ich habe ein super aufgeblähten Bauch und kann nicht mehr auf Toilette gehen. Dann habe ich Schmerzen im linken Abdomen. Ich habe jetzt mal das L-Glutamin niedriger dosiert und die Darmkapseln noch nicht genommen heute. Und omega3 auf 1 Kapsel reduziert. Mal sehen ob das hilft.

Hey Zineb,

wenn dein Darm so sensibel reagiert, macht es Sinn das ganze etwas langsamer anzugehen. Am besten erstmal alles absetzen bis die Beschwerden wieder weg sind und dann ganz langsam starten. Also nicht direkt mehrere Produkt auf einmal einführen, sondern eins nach dem anderen. Und nicht mit der vollen Dosis starten, sondern z. B. 2 Kapseln pro Woche. Wenn das vertragen wird, kann die Menge erhöht werden. Das Glutamin kann auch erstmal in ganz kleinen Prisen eingeführt werden.

Ich drück die Daumen, dass die Symptome verschwinden! :slight_smile:

LG, Franziska von edubily

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Hallo,

genau, Histamin an sich nicht das Problem, weil ein körpereigener Stoff - in meiner Ernährungsberatungspraxis habe ich oft das Problem, das fast gar nichts mehr gegessen wird und große Verunsicherung herrscht, da ja fast alles Histamin enthält. Das heißt, man sollte auf die eigene Verträglichkeit achten (und auch mehr der “histaminhältigen” Lebensmittel essen, wenn sie keine Probleme mehr machen). Ich erinnere mich noch gut an eine älterer Dame, eine passionierte Sekttrinkerin, die genau wusste welche Marke sie trinken kann und welche nicht (niemals hätte sie darauf verzichtet).

Oft liegt eine Glutensensitivität oder ATI Problematik zugrunde und unter glutenfreier Ernährung wird plötzlich mehr an histaminhältigen Nahrungsmitteln vertragen.

Alles Gute!

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