Eure Erfahrungen mit Phytoöstrogenen

Phytoöstrogene werden ja viel diskutiert und sind teilweise auch umstritten. Die Studienlage ist nicht immer eindeutig und auch die persönlichen Erfahrungen mit Phytoöstrogenen sind sehr unterschiedlich. Von “Phytoöstrogene haben mein Leben verändert :star_struck: ” bis hin zu “Meine Beschwerden wurden eher noch schlimmer :confused: ” ist alles dabei.

Wir möchten in diesem Beitrag all eure Erfahrungen und natürlich auch Fragen zum Thema Phytoöstrogene sammeln.

  • Habt ihr Soja, Rotklee, Leinsamen, Hopfen, Traubensilberkerze und Co. schon mal ausprobiert?
  • Wenn ja, wie haben sie bei euch gewirkt?
  • Welche Symptome wurden dadurch besonders gut gelindert? Welche nicht?
  • Oder habt ihr euch bisher noch nicht herangetraut?
  • Welche Zweifel habt ihr zum Einsatz von Phytoöstrogenen?

Hier ist Platz für all eure Erfahrungen und Fragen! Wir sind gespannt :blush:

Ich meide sie, weil eine Bekannte (sie hatte Brustkrebs) von ihrem Arzt ausdrücklich davor gewarnt wurde Soja und Co. zu essen. Ist da was dran?

Pauschal ist das schwer zu beantworten. Aufgrund der Wechselwirkung von Phytoöstrogenen mit Östrogenrezeptoren, welche ja auch bei der Entstehung von einigen Brustkrebsarten involviert sind, liegt der Gedanke nahe, dass dadurch die Krebsentstehung gefördert werden könnte. In Zell- und Tierstudien konnte dies sowohl bestätigt als auch widerlegt werden. Hier ist die Evidenz also gemischt.

Gute, langfristige klinische Studien (am Mensch) fehlen, doch Observationsstudien zeigen zumindest keinen negativen Zusammenhang. Im Gegenteil, eine Meta-Analyse, also eine Zusammenfassung mehrerer Studien, liefert folgendes Bild: “Ein höherer Verzehr von Soja war signifikant mit einem um 10 % geringeren Krebsrisiko verbunden.”
Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass manche Phytoöstrogene zwar an Östrogenrezeptoren binden, dort jedoch schwächer wirken als richtiges Östrogen.

Bei Brustkrebsüberlebenden wird dennoch von der Supplementierung mit Phytoöstrogenen abgeraten. Normale Mengen aus der Ernährung, wie z. B. durch Sojakonsum, sollten aber auch in diesem Fall kein Problem darstellen.

Für Frauen ohne Brutskrebs-Vorgeschichte sind Nahrungsergänzungsmittel mit Phytoöstrogenen laut Studien jedoch eine vielversprechende Maßnahme gegen Wechseljahrsbeschwerden. Auch aus unserer Sicht spricht nichts dagegen :slight_smile:

Wie wir auf z. B. Sojaisoflavone reagieren, hängt auch davon ab, ob man im Darm daraus Equol produzieren kann. Das sind ca. 30% der Frauen. Studien deuten darauf hin, dass Equol bei der Vorbeugung von hormonabhängigen Brustkrebs eine Rolle spielen könnte. Equol kann nämlich sowohl eine östrogenartige als auch eine antiöstrogene Wirkung haben.

LG,

Franzi von edubily

Ja, habe ich. Ich habe verschiedene Wechseljahres-Komplexpräparate ausprobiert, Rotklee-Tee und ähnliche pflanzliche Mittel, ebenso Diosgenin-Gel und Yams-Creme. Bis zur Blutabnahme zur Hormonbestimmung kann man damit unter Umständen zurechtkommen, auch die Hitzewallungen lassen sich damit oft etwas lindern. Dennoch ersetzt nichts eine bioidentische Hormontherapie.

Seit ich diese begonnen habe, fühle ich mich wieder „im Saft“ – ob Stimmung, Haare, Antrieb, Kraft oder Libido. Entscheidend ist: Es geht nicht nur darum, akute Beschwerden zu dämpfen, sondern auch die langfristigen Folgen des Hormonmangels zu verhindern.

Östrogen schützt Knochen, Gelenke, Gehirn, Herz, Gefäße und erhält die Kollagenstruktur.

Estriol als Vaginalcreme schützt die Schleimhäute von Gebärmutter und Harnblase – ein entscheidender Faktor, ob wir später Inkontinenzprobleme bekommen.

Progesteron unterstützt gesunden Schlaf und wirkt stimmungsstabilisierend.

Testosteron ist wichtig für Libido, Muskelkraft und Energie.

Kein pflanzliches Präparat kann diese Hormone ersetzen. Als begleitende Unterstützung empfinde ich sie dennoch sinnvoll – mit einer wichtigen Ausnahme: Traubensilberkerze (Cimicifuga). Diese steht im Verdacht, in seltenen Fällen lebertoxisch zu wirken und sollte daher mit Vorsicht verwendet werden.

Bei PMS hatte mir ein WJ Komplex mit Hopfen, Schafgarbe, Yams geholfen. Weg war mein PMS tatsächlich durch eine Progesteron-Creme vom 15. Zyklustag bis zum Beginn der Periode. Auch hier kann ich nur sagen: Hormone sind der Schlüssel. Und nach den Irrtümern der WHI Studie 1 habe ich auch keine Angst vor Brustkrebs.

Anmerken möchte ich, dass meine HP, die auch Hormonberaterin ist, von Diosgenin Gel abgeraten hat, weil noch keiner weiß wie die Rezeptoren darauf reagieren. Aus Diosgenin kann der Körper jedenfalls kein Östrogen bilden.

Und Frau bleibt länger schön mit Hormonen. Mittlerweile sehe ich am Körper, Gesicht und Haaren - ob der Hormonstatus passt. Und an der Stimmung! Hysterische Furien um die 50 sind garantiert hormonell unterversorgt.

Das Buch/Hörbuch WOMAN ON FIRE von Dr. Sheila de Liz gönne ich jeder Frau ab 35. Und einen Gynäkologen mit Ahnung. :blush::folded_hands::woman_dancing:

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Herzlich willkommen im Forum, liebe Bianca! Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen.
Die bioidentische Hormontherapie ist für viele Frauen tatsächlich eine sehr gute Lösung, da pflanzliche Präparate ab einem gewissen “Schweregrad” halt irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Leider herrschen bezüglich der bioidentischen HRT noch selbst bei vielen Ärzten fälschlicherweise Vorurteile. Umso besser, dass du da scheinbar an eine gute Adresse geraten bist :slight_smile:
Und spannend, dass dir die Phytoöstrogene auch bei PMS etwas geholfen haben!

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Da hast du recht - eine Gyn, die eine Zusatz-Ausbildung in Endokrinologie hat oder zumindest Fortbildungen besucht, ist sehr zu empfehlen. Meine Erfahrungen mit Phytohormonen sind sehr schlecht gewesen (siehe mein Beitrag unter “Wechseljahre”)- eine bedarfs- und altersgerechte Substitution hat mir geholfen.

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